
Unterschied Distress oder Eustress
Stress ist nicht grundsätzlich schlecht
Wenn wir von Stress sprechen, denken viele Menschen sofort an Überforderung, Erschöpfung oder Burnout.
Dabei ist Stress zunächst einmal eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Herausforderungen und Veränderungen.
Entscheidend ist, ob wir Stress als motivierende Herausforderung erleben oder als dauerhafte Belastung.
Eustress – Positiver Stress
Positiver Stress, auch Eustress genannt, kann uns motivieren und beflügeln.
Wir fühlen uns konzentriert, leistungsfähig und voller Energie. Herausforderungen werden als sinnvoll und bewältigbar erlebt.
Typische Beispiele:
- Vorfreude auf einen Urlaub
- ein erfolgreiches Projekt
- sportliche Herausforderungen
- eine Hochzeit oder Familienfeier
- ein wichtiger Vertragsabschluss
- neue berufliche Chancen
Positiver Stress stärkt oft das Selbstvertrauen und vermittelt das Gefühl:
„Das schaffe ich.“
Der Stressforscher Hans Selye bezeichnete Stress deshalb als die „Würze des Lebens“.
Distress – Negativer Stress
Negativer Stress entsteht dann, wenn Belastungen dauerhaft anhalten oder wir das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren.
Die Anforderungen erscheinen größer als die eigenen Ressourcen.
Mögliche Folgen sind:
- innere Unruhe
- Schlafstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Erschöpfung
- Reizbarkeit
- körperliche Beschwerden
Bleibt dieser Zustand über längere Zeit bestehen, steigt das Risiko für gesundheitliche und psychische Belastungen.
Der entscheidende Unterschied
Nicht die Situation selbst entscheidet darüber, ob Stress positiv oder negativ wirkt.
Entscheidend ist:
- Wie bewerte ich die Situation?
- Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung?
- Habe ich ausreichend Möglichkeiten zur Erholung?
- Fühle ich mich den Anforderungen gewachsen?
Deshalb erleben zwei Menschen dieselbe Situation oft völlig unterschiedlich.
Stressprävention beginnt bei uns selbst
Wir können nicht jede Herausforderung vermeiden und auch nicht andere Menschen verändern.
Wir können jedoch lernen, besser mit Belastungen umzugehen und unsere Widerstandskraft zu stärken.
Genau hier setzt Stressprävention an:
- durch Bewegung
- durch bewusste Erholung
- durch gesunde Routinen
- durch soziale Kontakte
- durch eine klare Lebensordnung
Die Kneipp'sche Gesundheitslehre als Wegweiser
Die fünf Elemente nach Sebastian Kneipp – Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung – unterstützen dabei, Körper und Geist im Gleichgewicht zu halten.
Sie helfen, Stress frühzeitig zu erkennen, die eigene Widerstandskraft zu stärken und Gesundheit aktiv zu fördern.
Denn das Ziel ist nicht, Stress vollständig zu vermeiden.
Das Ziel ist, mit den Herausforderungen des Lebens gesund, gelassen und widerstandsfähig umzugehen.